Miyakojima / Japan

    Miyakojima / Japan

    Nachdem wir uns zwei Tage lang in Naha größtenteils klimatisiert hatten, ging es mit ANA in gut einer Stunde auf die nahegelegene Insel Miyako-jima (jap. 宮古島). Der Inlandsflug kostete für zwei Personen 212,69 € und war extrem entspannt – Check-in und Sicherheitskontrolle liefen völlig stressfrei ab. Man fragt sich wirklich, warum das nicht immer so sein kann.

    Vom Miyako-jima Flughafen (jap. 宮古空港) fuhren wir mit einem Shuttlebus zu unserem Mietwagenverleih. Den Wagen hatten wir bereits im Vorfeld für zwei Tage gebucht (134,32 €) – eine Entscheidung, die sich später als absolut notwendig herausstellen sollte.

    Untergebracht waren wir im Hotel Breezebay Marina, das mit 318,04 € zugleich das teuerste Hotel unserer gesamten Reise war. Es handelt sich um einen größeren Hotelkomplex mit mehreren Gebäuden und umliegenden Restaurants. Erwähnenswert ist, dass sich das Personal sehr bemühte, Englisch zu sprechen – auch wenn die Sprachkenntnisse teilweise begrenzt waren. Frühstück war inklusive: ein typisch japanisches Buffet mit einer großen Auswahl.

    Unser Zimmer war sehr geräumig und gut ausgestattet: eine kleine Küchenzeile, zwei große separate Betten, ein Sofa mit Tisch sowie Fernseher, Mikrowelle und Kühlschrank. Das absolute Highlight war jedoch der Balkon mit Meerblick – perfekt zum Runterkommen.

    Die rund um das Hotel gelegenen, eher gehobenen Restaurants nutzten wir kaum. Da wir tagsüber viel unterwegs waren, waren wir abends ganz froh, unsere Snacks oder ein Obentō (jap. お弁当) gemütlich im Zimmer essen zu können.

    Fußläufig vom Hotel entfernt gab es eine Sea Sky Hakuai – Ein halbtauchfähiges Unterwasser-Tourboot zur Fischbeobachtung. Das Boot fährt etwa einen Meter unter dem Meeresspiegel, sodass man durch große Fenster Fische und sogar Meeresschildkröten sehen kann. Ein netter Zeitvertreib, allerdings sollte man im Voraus reservieren – am besten online, es geht aber auch vor Ort. Die Tour dauert etwa 45 Minuten und kostete für zwei Personen 3600 Yen, was umgerechnet etwa 19,38€ ist.

    Direkt neben unserem Hotel befand sich das Ueno German Culture Village (jap. うえのドイツ文化村) – ein deutsches Dorf zum Gedenken an 1873 gerettete deutsche Seefahrer. Zu sehen sind unter anderem der Nachbau einer Burg mit Museum, ein barock anmutendes Haus sowie zwei originale Mauerteile. Leider scheinen die besten Zeiten dieses Ortes schon lange vorbei zu sein. Vieles wirkte veraltet und hatte eher einen leicht melancholischen Lost-Place-Charme. Schade, denn das Potenzial wäre definitiv da.

    In den zwei Tagen waren wir praktisch einmal rund um die Insel unterwegs. Natürlich führte uns der Weg auch über eine der längsten mautfreien Brücken Japans, die Irabu-Ōhashi (jap. 伊良部大橋) mit ihren 3.540 Metern, die Miyako-jima mit der Insel Irabu (jap. 伊良部) verbindet. Vom Ryūgū Castle Observation Deck (jap. 竜宮城展望台) hatten wir einen tollen 360-Grad-Blick über Land, Meer und Brücke.

    Es folgten kurze Abstecher zum Nagamahama Beach (jap. 長浜ビーチ) sowie auf die gegenüberliegende Seite der Insel zum berühmten Yonaha Maehama Beach (jap. 与那覇前浜ビーチ), der oft als Japan's schönster Strand bezeichnet wird.

    Auf dem Weg zur nächsten Insel Shimoji-jima (jap. 下地島) ging es – selbstverständlich – wieder über eine lange Brücke. Die Aussichtsplattform Funausagibanata (jap. フナウサギバナタ) entpuppte sich jedoch als Reinfall: Der große Adler-Nachbau wurde bereits vor Jahren entfernt, und der Ort selbst ist nicht besonders sehenswert. Ähnlich unspektakulär war der Shiratorimisaki Park (jap. 白鳥崎公園). Etwas interessanter war dagegen Sawada no Hama(jap. 佐和田の浜), wo zahlreiche große Felsbrocken im Meer verteilt liegen. Nur wenige Minuten weiter befindet sich zudem der kleinere zweite Flughafen der Region, der Miyako Shimojishima Airport (jap. みやこ下地島空港).

    Zurück auf Miyako-jima ging es in den Norden zur Sunayama Beach (jap. 砂山ビーチ), eine wirklich schöne Ecke mit einem natürlichen Sandbogen. Leider war dieser aus Sicherheitsgründen mit einem Bauzaun abgesperrt. Weiter nördlich überquerten wir die Ikema-Brücke (jap. 池間大橋) zur Ikema-Insel (jap. 池間). Dort befindet sich das Gelato Café Ninufa – etwas überteuert, aber extrem lecker. Dazu gibt es einen kleinen, fast privaten Sandstrand und einen fantastischen Blick aufs Meer. Ein perfekter Ort zum Verweilen.

    Auf der Ostseite der Insel machten wir noch Halt am Higa Road Park (jap. 比嘉ロードパーク). Die Aussicht war schön, der Ort selbst wirkte jedoch verlassen und wenig gepflegt. Weiter südlich stoppten wir am Cape Higashi-Hennazaki (jap. 東平安名崎), von wo aus man die Küstenlinie gut überblicken kann.

    Ohne Mietwagen wäre es deutlich schwieriger gewesen, die Insel in dieser Form zu erkunden. Wer mehr als nur einen Strand sehen möchte, sollte unbedingt im Voraus ein Auto reservieren.

    Wenn man mich nach meinen drei persönlichen Highlights von Miyako-jima fragt, wären es:, der Ausblick vom Gelato Café Ninufa, die überfahrt der Irabu-Ōhashi und die Sunayama Beach.

    Der Rest war ebenfalls schön, wirkte jedoch oft eher unspektakulär, teilweise stark verwildert und stellenweise schlichtweg vergessen. Die Insel ist zwar nicht besonders groß, dennoch kam man aufgrund der Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht so zügig voran wie gewünscht, sodass man häufig sehr lange unterwegs war.